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Man kann nicht nicht lernen

  • Lena & Julia
  • 16. März 2020
  • 2 Min. Lesezeit

Heute Morgen ging es mit Jay, Kai und Penny nochmal zur Schule. Sie hatten dort vormittags die Möglichkeit ihre Rücksäcke und persönlichen Sachen zu holen. Kai wollte sich auch gerne nochmal mit der Lernbegleiterin unterhalten und sich noch ein paar Hilfsmittel und Materialien für seine Themen, mit denen er sich grade beschäftigt, mit nach Hause nehmen.

Nachdem alles erledigt war, fiel mir auf wie dankbar ich für die Haltung zum Lernen an dieser Schule bin. Für das Vertrauen, dass Kinder lernen wollen. Ich bin dankbar, dass darauf vertraut wird, dass Lernen immer stattfindet. Dass man gar nicht nicht lernen kann. Ich stelle fest, wenn ich meinen Alltag mit unseren Kindern anschaue, dass mir das oft nicht bewusst ist. So habe ich mal angefangen zu überlegen, was die Sieben heute so gelernt haben und ich war fasziniert. Mir fiel ein, dass sie neu oder dazugelernt haben in Verbindlichkeit, Konfliktfähigkeit, reiten, mit Schmerz umgehen, Leben der Waldameisen, Grenzen setzten, Fürsorge, Zuverlässigkeit, Vertrauen, entspannen, Selbstregulation, werfen, Höhlenbau von Spechten, Batterien wechseln, räumliches Denken, was Zivilcourage und social distancing bedeutet und vieles vieles mehr.

Mir begegnet immer mal wieder der Gedanke, dass Lernen in der Schule stattfindet. Ich finde es spannend, dass durch unsere aktuelle Situation die Möglichkeit besteht, hier mal genauer hinzuschauen. Ich glaube, dass Lernen und sich entwickeln zutiefst menschlich ist. Man kann es nicht nicht tun. Selbst wenn man sich nicht entwickeln oder lernen will, lernt man ungeheuer viele Vermeidungsstrategien, wie es einem gelingt, diesen natürlichen Prozess zu verhindern.

Daher bin ich sehr gespannt und will mir die nächsten Tage und Wochen immer mal wieder in Erinnerung rufen, was meine Kindern und auch ich grade lernen.

Wenn ich das sehen kann, empfinde ich es irgendwie als Privileg sie bei ihren Lernprozessen zu begleiten. So wird der nächste Wutanfall dann auf einmal zum Lernen von Frustration und ich kann ihn mit viel größerer Gelassenheit begleiten. Das nächste „Nein“ auf eine Bitte von mir, wird zum Erfolg ein „Ja“ zu sich gesagt zu haben. Der nächste Konflikt eine wunderbar (und sicher auch anstrengende) Lernerfahrung in Selbstwahrnehmung und Empathie. Die nächste Biene, Blaumeise oder Raupe ein Studienobjekt. Das nächste verschüttete Glas wird zur Erfahrung der eigenen Körpergrenzen, der Schwerkraft und der Beschaffenheit von Glas. Und so weiter…

Aus diesem Blickwinkel wünschen wir euch spannende Lernerfahrungen…



 
 
 

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